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Die meisten Ratgeber zu diesem Thema beantworten eine andere Frage als die, mit der du hier bist. Sie erklären, welche Heizungsanlage ohne Strom auskommt, und landen bei Kaminöfen und Sanierungsberatung. Das ist eine Kaufentscheidung über zehn Jahre. Deine Frage ist kürzer: Der Strom ist weg, es ist Januar, die Wohnung kühlt aus. Was jetzt?
Diese Seite beantwortet nur die zweite Frage. Sie beginnt an einer Stelle, die fast alle überspringen, weil sie unspektakulär klingt und trotzdem die günstigste Lösung im ganzen Feld ist: Deine Heizung ist wahrscheinlich völlig in Ordnung. Ihr fehlen keine 15 Kilowatt Wärme, ihr fehlen rund 100 Watt Strom.
- Gas- und Ölheizungen fallen nicht am Brennstoff aus, sondern an der Elektrik. Steuerung, Zündung, Gebläse und Umwälzpumpe brauchen im Betrieb üblicherweise 50 bis 150 Watt. Ohne die steht die Anlage, obwohl Gas anliegt.
- Das ist der Hebel. Eine Powerstation mit rund 1.000 Wattstunden trägt eine solche Anlage rechnerisch etwa zwölf Stunden, also über eine Frostnacht. Denselben Akku ist ein 2.000-Watt-Heizlüfter in etwa 26 Minuten leer, ohne dass der Raum warm geworden wäre.
- Wärmepumpen sind die Ausnahme. Sie erzeugen die Wärme selbst aus Strom, deshalb hilft dort kein tragbarer Akku. Für sie gilt der Weg über eine netzunabhängige Notheizung.
- Das BBK nennt in seiner Checkliste ausdrücklich drei Gerätearten: „Netzunabhängige Heizgelegenheit (wie Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin)“ und gleich dahinter „Brennstoffe für Heizgelegenheit“. Das Gerät ohne Vorrat ist eine halbe Vorsorge.
- Jede Verbrennung im Innenraum braucht Frischluft. Eine gängige Herstellerangabe für Petroleum-Dochtöfen sind rund 12 Kubikmeter Raumluft je 1.000 Watt Heizleistung. Dazu gehört ein CO-Melder nach DIN EN 50291, weil Kohlenmonoxid geruchlos ist.
- Der Teelichtofen ist keine Heizung. Feuerwehrverband und Schornsteinfegerhandwerk warnen ausdrücklich davor, und die Verbraucherzentrale NRW sagt zur Leistung schlicht, sie reiche nicht aus, um einen Raum zu beheizen.
Warum die Heizung stehen bleibt, obwohl Gas anliegt
Die Vorstellung, eine Gasheizung laufe schon irgendwie weiter, weil das Gasnetz getrennt vom Stromnetz ist, stammt aus einer Zeit, in der Heizungen mit einer Zündflamme und einem Thermostat auskamen. Seit rund drei Jahrzehnten ist das anders. Der Brennwertkessel in deinem Keller zündet elektronisch, regelt elektronisch und braucht ein Gebläse, um die Verbrennungsluft zuzuführen und das Abgas herauszudrücken.
Wie viel Strom es genau ist, hängt vor allem an der Umwälzpumpe. Sie ist im Dauerbetrieb der größte Einzelverbraucher der Anlage, und zwischen einer alten und einer neuen Pumpe liegt mehr als der Faktor zehn.
| Bauteil | Leistungsaufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Hocheffizienzpumpe | 3 bis 20 Watt | Pflicht bei Neuanlagen, im Einfamilienhaus oft im einstelligen Bereich |
| Elektronisch geregelte Pumpe | 25 bis 65 Watt | der Zwischenstand der 2000er Jahre |
| Alte ungeregelte Pumpe | 60 bis 130 Watt | läuft konstant auf einer Stufe, egal wie viel Wärme gebraucht wird |
| Steuerung und Zündung | etwa 5 bis 15 Watt | läuft auch, wenn der Brenner gerade aus ist |
| Gebläse im Brennbetrieb | etwa 30 bis 100 Watt | nur während der Brennphase |
| Gesamte Anlage, Betrieb | 50 bis 150 Watt | Ölheizungen liegen wegen Brennermotor und Ölpumpe eher bei 100 bis 200 Watt |
| Gesamte Anlage, Bereitschaft | 4 bis 10 Watt neu, 10 bis 30 Watt alt | außerhalb der Heizperiode |
Die Rechnung, die den Unterschied macht
Diese beiden Zahlen nebeneinander sind der ganze Inhalt dieser Seite. Wer sich eine Powerstation kauft, um im Stromausfall nicht zu frieren, und dann einen Heizlüfter daran anschließt, hat für viel Geld eine halbe Stunde lauwarme Luft gekauft. Wer dieselbe Powerstation an die eigene Heizungsanlage hängt, hat die Nacht im ganzen Haus.
Zwei Einschränkungen gehören dazu, und beide sind wichtiger als die Rechnung selbst. Erstens hängen viele Heizungen fest verdrahtet an einer eigenen Zuleitung und nicht an einer Steckdose. Ob sich das umbauen lässt, entscheidet eine Elektrofachkraft, nicht ein Rechner im Internet. Wer das im Sommer klären lässt, steckt im Ernstfall nur um. Zweitens messen Heizungssteuerungen den Ionisationsstrom der Flamme, um zu erkennen, ob sie brennt. Das setzt eine saubere Wechselspannung und einen phasenrichtigen Anschluss voraus. Deshalb gehört ein reiner Sinus-Wechselrichter zu den Merkmalen, auf die es hier wirklich ankommt.
Notstrom-Rechner: Wie lange trägt eine Powerstation deine Heizung?
Wähle deine Anlage und die Kapazität der Powerstation. Der Rechner nimmt die übliche Leistungsaufnahme aus der Tabelle darüber, zieht 15 Prozent für Wandlungsverluste ab und rechnet mit einer Grundlast für Pumpe und Steuerung, die auch in den Brennerpausen anliegt. Verbindlich ist das Typenschild deiner eigenen Heizung. Deine Eingaben bleiben nur in diesem Browser.
Die Wattstunden stehen auf dem Gehäuse der Powerstation, oft als „Wh" hinter der Modellbezeichnung. Das Wattfeld füllt sich beim Wechsel der Heizungsart mit dem Richtwert und lässt sich überschreiben, wenn du selbst gemessen hast.
Die vier Notheizungen, die ohne Netz funktionieren
In den „Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen“ steht unter der Rubrik Licht und Wärme wörtlich: „Warme Kleidung und Decken“, „Schlafsäcke“, „Netzunabhängige Heizgelegenheit (wie Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin)“ und „Brennstoffe für Heizgelegenheit“. Ein bestimmtes Modell empfiehlt das BBK nicht.
| Kriterium | Holz-/Kaminofen | Petroleum-Dochtofen | Gas-Katalytofen | Ethanolkamin |
|---|---|---|---|---|
| Wärmeleistung | 5 bis 10 kW | 2 bis 4 kW | 1,5 bis 4 kW | etwa 2 bis 3 kW |
| Innenraum | ja, mit Schornstein | nur freigegebene Modelle | nur freigegebene Modelle | Behörden raten ab, siehe Warnung |
| Abgas nach draußen | ja, über den Schornstein | nein, außer raumluftunabhängige Geräte | nein | nein |
| Brennstoff je Tag bei 8 Stunden Betrieb | etwa 15 bis 25 kg Holz | etwa 1,5 bis 3,5 Liter Petroleum | etwa 1 bis 2,5 kg Gas | etwa 2,5 bis 4 Liter Ethanol |
| Lagerung | unkritisch, braucht Platz | hoher Flammpunkt, gut lagerfähig | TRF-Grenzen, nicht im Keller | leicht entzündlich, kleine Mengen |
| Kosten Gerät | ab etwa 800 Euro plus Einbau | etwa 120 bis 400 Euro | etwa 80 bis 250 Euro | etwa 100 bis 500 Euro |
| Größte Schwäche | nur bei vorhandenem Schornstein | Geruch beim Zünden und Löschen | Gasvorrat ist der Engpass | Raumluft und Verpuffungsgefahr |
Preis- und Verbrauchsspannen Stand September 2026, eigene Marktsichtung. Beides ändert sich saisonal deutlich, verbindlich sind Typenschild und Anleitung des Geräts.
Aus dieser Tabelle folgt eine Reihenfolge, die im Alltag fast immer gleich ausfällt. Wer einen Kaminofen mit Schornstein hat, hat die Frage bereits beantwortet und braucht nur Holz im Trockenen. Wer keinen hat, landet meist beim Petroleumofen. Bei den reinen Wärmekosten nehmen sich Petroleum und Propan wenig, der Unterschied liegt in der Lagerung: Petroleum darfst du in Menge und im Keller lagern, Propan nicht. Der Katalytofen ist die Wahl für kleinere Räume und kurze Ausfälle. Der Ethanolkamin steht zwar in der BBK-Liste, fällt als Wärmequelle aber aus, und zwar nicht wegen des Preises. Warum, steht in der Warnung darunter.
Als Faustzahl braucht ein Wohnraum je nach Dämmung etwa 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, im unsanierten Altbau auch 120 bis 200. Für 25 Quadratmeter sind das 1,5 bis 2,5 Kilowatt. Ein größerer Ofen heizt nicht besser, er verbraucht nur mehr und braucht mehr Frischluft.
Ein Petroleumofen mit 2,5 Kilowatt verbraucht grob einen Viertelliter je Stunde. Für zehn Tage bei acht Stunden täglich sind das rund 20 Liter. Wer durchheizt, rechnet das Dreifache. Das Gerät ohne diesen Vorrat ist Dekoration.
Achte bei Gasgeräten auf Zündsicherung und Sauerstoffmangelsicherung. Die eine sperrt das Gas, wenn die Flamme ausgeht, die andere schaltet ab, wenn der Sauerstoff im Raum knapp wird. Beides steht im Datenblatt.
Die Regeln, an denen es in der Praxis scheitert
Die Lüftungsanforderung ist keine Empfehlung, sondern eine Zahl aus der Bedienungsanleitung. Für Petroleum-Dochtöfen nennen Hersteller üblicherweise rund 12 Kubikmeter Raumluft je 1.000 Watt Heizleistung des Geräts, bezogen auf dessen Höchstleistung. Ein Ofen mit 2,5 Kilowatt setzt damit einen Raum von etwa 30 Kubikmetern voraus, also grob 12 Quadratmeter bei üblicher Deckenhöhe. Das ist allerdings die Untergrenze für die Luft und nicht die Empfehlung für den Raum: Nach der Faustzahl weiter unten passt ein Ofen dieser Größe erst ab etwa 25 bis 40 Quadratmetern, und dann ist beides erfüllt. Reicht der Raum nicht, sollen Türen zu Nachbarräumen offen bleiben und Lüftungsöffnungen nahe Decke und Fußboden von je rund 25 Quadratzentimetern je 1.000 Watt vorhanden sein. In stark abgedichteten Gebäuden muss die Frischluft direkt von außen kommen. Verbindlich ist immer die Anleitung deines Geräts.
- Der Hersteller gibt das konkrete Modell ausdrücklich für Innenräume frei. Camping- und Terrassengeräte tun das nicht.
- Die Raumgröße erfüllt die Vorgabe der Anleitung, Richtwert rund 12 Kubikmeter je 1.000 Watt.
- Stoßlüften mit ganz geöffnetem Fenster, je nach Raumgröße drei bis fünf Minuten, in regelmäßigen Abständen.
- Mindestens 1,5 Meter Abstand zu Gardinen, Möbeln, Wänden und allem Brennbaren.
- Nur der zugelassene Brennstoff, bei Petroleumöfen reines Petroleum oder Paraffinöl mit dem Flammpunkt, den der Hersteller verlangt, üblich sind über 55 Grad. Kein Lampenöl, kein Heizöl, kein Diesel, kein Benzin.
- Ein CO-Melder nach DIN EN 50291-1 im selben Raum, für Wohnmobil und Boot zusätzlich Teil 2.
- Niemals im Schlafraum, im Badezimmer oder in Räumen unter Erdgleiche.
- Nachfüllen nur bei erkaltetem Gerät und außerhalb des Wohnraums. Brennstoff in eine heiße Brennkammer zu gießen ist der häufigste Unfallhergang bei diesen Geräten.
- Nie unbeaufsichtigt und nie über Nacht brennen lassen. Der Ofen geht aus, bevor der Letzte im Raum einschläft.
- Ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke in Reichweite, nicht im Keller.
Wir verlinken auf Suchergebnisse statt auf ein bestimmtes Modell, weil wir nicht testen und sich Angebote laufend ändern. Prüfe in der Liste die drei Punkte aus der Checkliste oben: ausdrückliche Freigabe für Innenräume, Zünd- und Sauerstoffmangelsicherung bei Gasgeräten, und die Raumgröße, die der Hersteller voraussetzt. Der CO-Melder gehört in denselben Einkauf, nicht in den nächsten. Und der Brennstoff dazu, sonst steht im Januar ein Gerät ohne Inhalt in der Ecke.
Was nur nach Lösung aussieht
- Die vorhandene Heizung mit rund 100 Watt am Akku weiterlaufen lassen
- Ein für Innenräume freigegebenes Gerät plus Brennstoff für zehn Tage
- CO-Melder nach DIN EN 50291 im selben Raum
- Einen Raum warm halten statt der ganzen Wohnung
- Schlafsack mit passendem Komfortbereich für die Nacht
- Teelichtofen und andere Bastellösungen mit offener Flamme
- Camping- oder Terrassengeräte im geschlossenen Wohnraum
- Gasflasche im Keller, auch nur kurz abgestellt
- Heizlüfter an Powerstation oder kleinem Aggregat
- Gerät gekauft, Brennstoff vergessen
Ein warmer Raum statt einer lauwarmen Wohnung
Die Reihenfolge ist deshalb immer dieselbe: erst die Wärme halten, die noch da ist, dann die Wärme am Körper, und erst danach die Frage nach dem Gerät. Wie schnell es dabei kalt wird, hängt an Bauart und Dämmung und reicht von wenigen Stunden im zugigen Altbau bis zu mehreren Tagen im gut gedämmten Neubau. Diese Spanne ist der Puffer, in dem du dich organisierst, und du kennst sie für deine Wohnung besser als jede Tabelle.
Das ist der Teil der Vorsorge, der nichts anschaltet und trotzdem am zuverlässigsten funktioniert. Er steht auch deshalb in der BBK-Checkliste vor der Heizgelegenheit. Eine Heizdecke mit 60 bis 100 Watt läuft an einer 1.000-Wattstunden-Powerstation grob acht bis vierzehn Stunden, während derselbe Akku einen Heizlüfter keine halbe Stunde trägt. Wer seine Heizung nicht an eine Powerstation bekommt, holt hier den größten Nutzen je Wattstunde heraus.
Was du heute erledigen kannst
Der Unterschied zwischen einem kalten und einem unangenehmen Winterausfall entsteht nicht im Ausfall, sondern an einem beliebigen Nachmittag davor. Die folgenden Punkte kosten zusammen einen halben Tag und ein überschaubares Budget.
- Nachsehen, ob deine Heizung an einer Steckdose hängt oder fest verdrahtet ist. Das entscheidet über alles Weitere.
- Leistungsaufnahme der Anlage über einen kalten Tag messen und die Zahl notieren.
- Bei fester Verdrahtung: eine Elektrofachkraft fragen, ob sich ein Zwischenstecker oder eine Einspeisemöglichkeit nachrüsten lässt.
- Powerstation nach dem gemessenen Wert auslegen, mit reinem Sinus und möglichst USV-Funktion.
- Einen Aufenthaltsraum festlegen und der Familie sagen, welcher es ist.
- Warme Schichten, Mützen, Socken und Schlafsäcke griffbereit an einer Stelle sammeln, nicht verteilt im Keller.
- Falls keine eigene Anlage rettbar ist: ein für Innenräume freigegebenes Heizgerät samt Brennstoff für zehn Tage anschaffen.
- CO-Melder nach DIN EN 50291 aufhängen und Prüftaste drücken.
- Löschdecke oder Feuerlöscher in dem Raum lagern, in dem geheizt wird.
- Den restlichen Vorrat prüfen. Wärme allein reicht nicht, die vollständige Notvorrat-Liste des Bundesamtes und der Notvorrat-Rechner nennen die Mengen für deinen Haushalt.
- Ein netzunabhängiges Radio bereitlegen, damit du erfährst, wie lange der Ausfall dauern soll. Worauf es dabei ankommt, steht im Kurbelradio-Ratgeber.