Vorsorge-Guide

Heizen ohne Strom: Was im Stromausfall wirklich warm macht

Deine Heizung fällt nicht aus, weil der Brennstoff fehlt, sondern weil Pumpe und Steuerung 100 Watt brauchen. Was daraus folgt, welche Notheizung wirklich in die Wohnung darf und was nur nach Lösung aussieht.

Lesezeit ca. 14 Min. · Aktualisiert: 2. Sep. 2026

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Die meisten Ratgeber zu diesem Thema beantworten eine andere Frage als die, mit der du hier bist. Sie erklären, welche Heizungsanlage ohne Strom auskommt, und landen bei Kaminöfen und Sanierungsberatung. Das ist eine Kaufentscheidung über zehn Jahre. Deine Frage ist kürzer: Der Strom ist weg, es ist Januar, die Wohnung kühlt aus. Was jetzt?

Diese Seite beantwortet nur die zweite Frage. Sie beginnt an einer Stelle, die fast alle überspringen, weil sie unspektakulär klingt und trotzdem die günstigste Lösung im ganzen Feld ist: Deine Heizung ist wahrscheinlich völlig in Ordnung. Ihr fehlen keine 15 Kilowatt Wärme, ihr fehlen rund 100 Watt Strom.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gas- und Ölheizungen fallen nicht am Brennstoff aus, sondern an der Elektrik. Steuerung, Zündung, Gebläse und Umwälzpumpe brauchen im Betrieb üblicherweise 50 bis 150 Watt. Ohne die steht die Anlage, obwohl Gas anliegt.
  • Das ist der Hebel. Eine Powerstation mit rund 1.000 Wattstunden trägt eine solche Anlage rechnerisch etwa zwölf Stunden, also über eine Frostnacht. Denselben Akku ist ein 2.000-Watt-Heizlüfter in etwa 26 Minuten leer, ohne dass der Raum warm geworden wäre.
  • Wärmepumpen sind die Ausnahme. Sie erzeugen die Wärme selbst aus Strom, deshalb hilft dort kein tragbarer Akku. Für sie gilt der Weg über eine netzunabhängige Notheizung.
  • Das BBK nennt in seiner Checkliste ausdrücklich drei Gerätearten: „Netzunabhängige Heizgelegenheit (wie Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin)“ und gleich dahinter „Brennstoffe für Heizgelegenheit“. Das Gerät ohne Vorrat ist eine halbe Vorsorge.
  • Jede Verbrennung im Innenraum braucht Frischluft. Eine gängige Herstellerangabe für Petroleum-Dochtöfen sind rund 12 Kubikmeter Raumluft je 1.000 Watt Heizleistung. Dazu gehört ein CO-Melder nach DIN EN 50291, weil Kohlenmonoxid geruchlos ist.
  • Der Teelichtofen ist keine Heizung. Feuerwehrverband und Schornsteinfegerhandwerk warnen ausdrücklich davor, und die Verbraucherzentrale NRW sagt zur Leistung schlicht, sie reiche nicht aus, um einen Raum zu beheizen.

Warum die Heizung stehen bleibt, obwohl Gas anliegt

Kurz: Weil eine moderne Heizung eine strombetriebene Maschine ist, die Gas oder Öl verbrennt. Ohne Netzspannung fehlen ihr die Regelung, die elektronische Zündung, das Gebläse und vor allem die Umwälzpumpe, die das warme Wasser zu den Heizkörpern schiebt. Der Brennstoff liegt weiter an, es fehlt nur die Ansteuerung. Typisch sind 50 bis 150 Watt im Betrieb und 4 bis 10 Watt im Bereitschaftsbetrieb.

Die Vorstellung, eine Gasheizung laufe schon irgendwie weiter, weil das Gasnetz getrennt vom Stromnetz ist, stammt aus einer Zeit, in der Heizungen mit einer Zündflamme und einem Thermostat auskamen. Seit rund drei Jahrzehnten ist das anders. Der Brennwertkessel in deinem Keller zündet elektronisch, regelt elektronisch und braucht ein Gebläse, um die Verbrennungsluft zuzuführen und das Abgas herauszudrücken.

Wärmeleistung im Vergleich zum Strombedarf Eine Gas-Brennwerttherme liefert rund 15.000 Watt Wärme und braucht dafür nur etwa 100 Watt Strom für Steuerung, Gebläse und Pumpe. Ein Heizlüfter liefert 2.000 Watt Wärme und braucht dafür exakt 2.000 Watt Strom. Der Strombalken der Therme ist deshalb kaum sichtbar, der des Heizlüfters genauso lang wie sein Wärmebalken. Wie viel Strom kostet ein Watt Wärme? Balkenlänge maßstabsgetreu. Richtwerte für ein Einfamilienhaus, Geräte weichen ab. Gas-Brennwerttherme Wärme rund 15.000 Watt Strom rund 100 Watt, dieser Strich hier Elektrischer Heizlüfter Wärme 2.000 Watt Strom 2.000 Watt, also alles davon Die Therme holt ihre Wärme aus dem Gas und braucht Strom nur zum Steuern. Der Heizlüfter macht Strom zu Wärme, eins zu eins.
Der Grund, warum eine Batterie an der Heizung mehr bringt als dieselbe Batterie an einem Heizgerät.

Wie viel Strom es genau ist, hängt vor allem an der Umwälzpumpe. Sie ist im Dauerbetrieb der größte Einzelverbraucher der Anlage, und zwischen einer alten und einer neuen Pumpe liegt mehr als der Faktor zehn.

BauteilLeistungsaufnahmeAnmerkung
Hocheffizienzpumpe3 bis 20 WattPflicht bei Neuanlagen, im Einfamilienhaus oft im einstelligen Bereich
Elektronisch geregelte Pumpe25 bis 65 Wattder Zwischenstand der 2000er Jahre
Alte ungeregelte Pumpe60 bis 130 Wattläuft konstant auf einer Stufe, egal wie viel Wärme gebraucht wird
Steuerung und Zündungetwa 5 bis 15 Wattläuft auch, wenn der Brenner gerade aus ist
Gebläse im Brennbetriebetwa 30 bis 100 Wattnur während der Brennphase
Gesamte Anlage, Betrieb50 bis 150 WattÖlheizungen liegen wegen Brennermotor und Ölpumpe eher bei 100 bis 200 Watt
Gesamte Anlage, Bereitschaft4 bis 10 Watt neu, 10 bis 30 Watt altaußerhalb der Heizperiode
Miss nach, statt zu schätzen: Hängt deine Heizung an einer Steckdose, kostet ein Energiekostenmessgerät zehn bis zwanzig Euro und beendet jede Diskussion. Lass es über einen kalten Tag stecken und lies ab, was die Anlage im Mittel zieht. Datenblätter nennen meist nur die maximale Leistungsaufnahme, und die liegt deutlich über dem, was im Alltag anfällt. Für die Notstrom-Planung ist der gemessene Mittelwert die einzige belastbare Zahl.

Die Rechnung, die den Unterschied macht

Kurz: Laufzeit in Stunden ist ungefähr Kapazität in Wattstunden mal 0,85, geteilt durch die mittlere Leistungsaufnahme. Die 0,85 sind der Verlust im Wechselrichter. Eine Powerstation mit 1.024 Wattstunden trägt eine Gastherme mit 100 Watt bei durchgehendem Betrieb rund 8,7 Stunden, bei realistischer Brennertaktung an einem Frosttag rund 12,4 Stunden, weil Pumpe und Steuerung auch in den Brennerpausen weiterlaufen. Derselbe Akku trägt einen 2.000-Watt-Heizlüfter 26 Minuten.

Diese beiden Zahlen nebeneinander sind der ganze Inhalt dieser Seite. Wer sich eine Powerstation kauft, um im Stromausfall nicht zu frieren, und dann einen Heizlüfter daran anschließt, hat für viel Geld eine halbe Stunde lauwarme Luft gekauft. Wer dieselbe Powerstation an die eigene Heizungsanlage hängt, hat die Nacht im ganzen Haus.

Wie weit dieselbe Powerstation mit 1.024 Wattstunden trägt, Grundlast eingerechnet
Gastherme, 100 W, Frosttag
rund 12,4 Std.
Ölheizung, 150 W, Frosttag
rund 8,4 Std.
Pelletheizung, 250 W, Frosttag
rund 5,1 Std.
Heizlüfter, 2.000 W
26 Minuten
Wärmepumpe, ab 1.500 W
nicht sinnvoll
50 bis 150 W
was eine Gas- oder Ölheizung im Betrieb an Strom zieht
2.000 W
was ein Heizlüfter auf höchster Stufe zieht
Faktor 29
so viel länger trägt derselbe Akku die Heizung statt des Lüfters, bei Frosttag-Taktung

Zwei Einschränkungen gehören dazu, und beide sind wichtiger als die Rechnung selbst. Erstens hängen viele Heizungen fest verdrahtet an einer eigenen Zuleitung und nicht an einer Steckdose. Ob sich das umbauen lässt, entscheidet eine Elektrofachkraft, nicht ein Rechner im Internet. Wer das im Sommer klären lässt, steckt im Ernstfall nur um. Zweitens messen Heizungssteuerungen den Ionisationsstrom der Flamme, um zu erkennen, ob sie brennt. Das setzt eine saubere Wechselspannung und einen phasenrichtigen Anschluss voraus. Deshalb gehört ein reiner Sinus-Wechselrichter zu den Merkmalen, auf die es hier wirklich ankommt.

Werkzeug

Notstrom-Rechner: Wie lange trägt eine Powerstation deine Heizung?

Wähle deine Anlage und die Kapazität der Powerstation. Der Rechner nimmt die übliche Leistungsaufnahme aus der Tabelle darüber, zieht 15 Prozent für Wandlungsverluste ab und rechnet mit einer Grundlast für Pumpe und Steuerung, die auch in den Brennerpausen anliegt. Verbindlich ist das Typenschild deiner eigenen Heizung. Deine Eingaben bleiben nur in diesem Browser.

Deine Heizung

Die Wattstunden stehen auf dem Gehäuse der Powerstation, oft als „Wh" hinter der Modellbezeichnung. Das Wattfeld füllt sich beim Wechsel der Heizungsart mit dem Richtwert und lässt sich überschreiben, wenn du selbst gemessen hast.

Wie viel der Stunde läuft der Brenner?
Die USV-Funktion ist mehr als ein Komfortmerkmal: Powerstations mit unterbrechungsfreier Umschaltung hängen dauerhaft zwischen Steckdose und Gerät und übernehmen beim Netzausfall in Millisekunden. Ohne sie merkst du den Ausfall erst, wenn es kalt wird, und musst dann im Dunkeln umstecken. Wer die Anlage ohnehin über einen Stecker versorgt, bekommt diesen Vorteil geschenkt. Wie du die passende Größe für den restlichen Haushalt findest, steht in der Kaufberatung zur Powerstation im Stromausfall. Für längere Ausfälle mit Verbrennungsmotor gilt die Auslegung des Notstromaggregats.

Die vier Notheizungen, die ohne Netz funktionieren

Kurz: Vier Bauarten kommen ohne Strom aus: der Holz- oder Kaminofen, der Petroleum-Dochtofen, der gasbetriebene Katalyt- oder Keramikofen und der Ethanolkamin. Das BBK nennt in seiner Vorsorge-Checkliste die letzten drei ausdrücklich. Sie unterscheiden sich weniger in der Wärme als in der Frage, ob du sie im Innenraum betreiben darfst und wie viel Brennstoff du dafür lagern musst.
Offizielle Empfehlung
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

In den „Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen“ steht unter der Rubrik Licht und Wärme wörtlich: „Warme Kleidung und Decken“, „Schlafsäcke“, „Netzunabhängige Heizgelegenheit (wie Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin)“ und „Brennstoffe für Heizgelegenheit“. Ein bestimmtes Modell empfiehlt das BBK nicht.

bbk.bund.de → Mediathek → Publikationen → Checklisten zur Vorsorge
KriteriumHolz-/KaminofenPetroleum-DochtofenGas-KatalytofenEthanolkamin
Wärmeleistung5 bis 10 kW2 bis 4 kW1,5 bis 4 kWetwa 2 bis 3 kW
Innenraumja, mit Schornsteinnur freigegebene Modellenur freigegebene ModelleBehörden raten ab, siehe Warnung
Abgas nach draußenja, über den Schornsteinnein, außer raumluftunabhängige Geräteneinnein
Brennstoff je Tag bei 8 Stunden Betriebetwa 15 bis 25 kg Holzetwa 1,5 bis 3,5 Liter Petroleumetwa 1 bis 2,5 kg Gasetwa 2,5 bis 4 Liter Ethanol
Lagerungunkritisch, braucht Platzhoher Flammpunkt, gut lagerfähigTRF-Grenzen, nicht im Kellerleicht entzündlich, kleine Mengen
Kosten Gerätab etwa 800 Euro plus Einbauetwa 120 bis 400 Euroetwa 80 bis 250 Euroetwa 100 bis 500 Euro
Größte Schwächenur bei vorhandenem SchornsteinGeruch beim Zünden und LöschenGasvorrat ist der EngpassRaumluft und Verpuffungsgefahr

Preis- und Verbrauchsspannen Stand September 2026, eigene Marktsichtung. Beides ändert sich saisonal deutlich, verbindlich sind Typenschild und Anleitung des Geräts.

Aus dieser Tabelle folgt eine Reihenfolge, die im Alltag fast immer gleich ausfällt. Wer einen Kaminofen mit Schornstein hat, hat die Frage bereits beantwortet und braucht nur Holz im Trockenen. Wer keinen hat, landet meist beim Petroleumofen. Bei den reinen Wärmekosten nehmen sich Petroleum und Propan wenig, der Unterschied liegt in der Lagerung: Petroleum darfst du in Menge und im Keller lagern, Propan nicht. Der Katalytofen ist die Wahl für kleinere Räume und kurze Ausfälle. Der Ethanolkamin steht zwar in der BBK-Liste, fällt als Wärmequelle aber aus, und zwar nicht wegen des Preises. Warum, steht in der Warnung darunter.

Der Ethanolkamin steht in der BBK-Checkliste und ist trotzdem der Problemfall unter den vier Bauarten. Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung hat Ethanolfeuerstellen in Prüfkammern vermessen. Ergebnis: Ethanol verbrennt in der Regel nicht vollständig. Auch im störungsfreien Betrieb entstehen Stickstoffdioxid, Formaldehyd, Benzol, Kohlenmonoxid und ultrafeine Partikel. Alle geprüften Geräte überschritten den Innenraum-Richtwert für Stickstoffdioxid von 0,35 Milligramm je Kubikmeter, eines davon mit 2,7 Milligramm um ein Vielfaches. Das Institut rät vom Einsatz im Innenraum ab, Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale raten vom Heizen mit Ethanol ab. Dazu kommt die Verpuffungsgefahr: Nachgefüllt werden darf nur bei vollständig erkaltetem Gerät. Wer in die heiße oder noch brennende Brennkammer nachgießt, löst eine explosionsartige Verpuffung aus. Für ein paar Stunden Stimmung mag das Gerät durchgehen. Als Wärmequelle über Tage ist es die schlechteste Wahl im Feld, unabhängig vom Preis.
2 bis 4 Kilowatt reichen

Als Faustzahl braucht ein Wohnraum je nach Dämmung etwa 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, im unsanierten Altbau auch 120 bis 200. Für 25 Quadratmeter sind das 1,5 bis 2,5 Kilowatt. Ein größerer Ofen heizt nicht besser, er verbraucht nur mehr und braucht mehr Frischluft.

Der Vorrat ist der Engpass

Ein Petroleumofen mit 2,5 Kilowatt verbraucht grob einen Viertelliter je Stunde. Für zehn Tage bei acht Stunden täglich sind das rund 20 Liter. Wer durchheizt, rechnet das Dreifache. Das Gerät ohne diesen Vorrat ist Dekoration.

Zündsicherung ist Pflichtmerkmal

Achte bei Gasgeräten auf Zündsicherung und Sauerstoffmangelsicherung. Die eine sperrt das Gas, wenn die Flamme ausgeht, die andere schaltet ab, wenn der Sauerstoff im Raum knapp wird. Beides steht im Datenblatt.

Die Regeln, an denen es in der Praxis scheitert

Kurz: Jede Verbrennung im Wohnraum verbraucht Sauerstoff und erzeugt Abgase, unter anderem Kohlenmonoxid. CO ist farb-, geruch- und geschmacklos, du merkst es nicht. Deshalb gelten drei harte Bedingungen: eine Freigabe des Herstellers für Innenräume, ausreichende Frischluft nach dessen Vorgabe, und ein CO-Melder nach DIN EN 50291. Schlafräume, Badezimmer und Räume unter Erdgleiche sind für diese Geräte tabu.
Kohlenmonoxid ist der Grund, warum diese Geräte Menschen töten, und nicht das Feuer. CO bindet sich im Blut an die Stellen, an denen sonst der Sauerstoff transportiert wird. Es riecht nach nichts, und die ersten Anzeichen, Kopfschmerz und Müdigkeit, führen im Zweifel dazu, dass man sich hinlegt. Der Deutsche Feuerwehrverband weist ausdrücklich darauf hin, dass Brennstoffe niemals ohne ausreichende Abluft in Innenräumen verbrannt werden dürfen. Das gilt genauso für den Holzkohlegrill, der zum Auskühlen in die Garage gestellt wird. Auch die Nachbarwohnung kann betroffen sein, weil CO durch Schächte und undichte Wände wandert.

Die Lüftungsanforderung ist keine Empfehlung, sondern eine Zahl aus der Bedienungsanleitung. Für Petroleum-Dochtöfen nennen Hersteller üblicherweise rund 12 Kubikmeter Raumluft je 1.000 Watt Heizleistung des Geräts, bezogen auf dessen Höchstleistung. Ein Ofen mit 2,5 Kilowatt setzt damit einen Raum von etwa 30 Kubikmetern voraus, also grob 12 Quadratmeter bei üblicher Deckenhöhe. Das ist allerdings die Untergrenze für die Luft und nicht die Empfehlung für den Raum: Nach der Faustzahl weiter unten passt ein Ofen dieser Größe erst ab etwa 25 bis 40 Quadratmetern, und dann ist beides erfüllt. Reicht der Raum nicht, sollen Türen zu Nachbarräumen offen bleiben und Lüftungsöffnungen nahe Decke und Fußboden von je rund 25 Quadratzentimetern je 1.000 Watt vorhanden sein. In stark abgedichteten Gebäuden muss die Frischluft direkt von außen kommen. Verbindlich ist immer die Anleitung deines Geräts.

Bedingungen, bevor ein Verbrennungsgerät in den Wohnraum darf
  • Der Hersteller gibt das konkrete Modell ausdrücklich für Innenräume frei. Camping- und Terrassengeräte tun das nicht.
  • Die Raumgröße erfüllt die Vorgabe der Anleitung, Richtwert rund 12 Kubikmeter je 1.000 Watt.
  • Stoßlüften mit ganz geöffnetem Fenster, je nach Raumgröße drei bis fünf Minuten, in regelmäßigen Abständen.
  • Mindestens 1,5 Meter Abstand zu Gardinen, Möbeln, Wänden und allem Brennbaren.
  • Nur der zugelassene Brennstoff, bei Petroleumöfen reines Petroleum oder Paraffinöl mit dem Flammpunkt, den der Hersteller verlangt, üblich sind über 55 Grad. Kein Lampenöl, kein Heizöl, kein Diesel, kein Benzin.
  • Ein CO-Melder nach DIN EN 50291-1 im selben Raum, für Wohnmobil und Boot zusätzlich Teil 2.
  • Niemals im Schlafraum, im Badezimmer oder in Räumen unter Erdgleiche.
  • Nachfüllen nur bei erkaltetem Gerät und außerhalb des Wohnraums. Brennstoff in eine heiße Brennkammer zu gießen ist der häufigste Unfallhergang bei diesen Geräten.
  • Nie unbeaufsichtigt und nie über Nacht brennen lassen. Der Ofen geht aus, bevor der Letzte im Raum einschläft.
  • Ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke in Reichweite, nicht im Keller.
Woran du einen brauchbaren CO-Melder erkennst: Er trägt die Prüfung nach DIN EN 50291-1 durch ein anerkanntes Institut, erkennbar am BSI- oder LPCB-Prüfzeichen auf Gerät und Verpackung. Die Alarmzeiten sind in der Norm gestaffelt, und zwar als Höchstzeiten: bei 50 ppm muss der Melder zwischen 60 und 90 Minuten auslösen, bei 100 ppm zwischen 10 und 40 Minuten, bei 300 ppm innerhalb von drei Minuten. Bei 30 ppm darf er innerhalb von 120 Minuten ausdrücklich nicht auslösen, das ist die Sperre gegen Fehlalarme. Je höher die Konzentration, desto schneller kommt der Alarm. Ein CO-Melder ersetzt keinen Rauchmelder und umgekehrt, die beiden messen völlig verschiedene Dinge.
Bei Gasgeräten kommen die Grenzen der Technischen Regel Flüssiggas dazu. In einem Raum darf höchstens eine Flasche mit 5 oder 11 Kilogramm betrieben werden, eine weitere darf in einem anderen Raum der Wohnung lagern. In Schlafräumen ist beides verboten, Betrieb wie Lagerung, dasselbe gilt für Treppenhäuser, Flure und Rettungswege. In Räumen unter Erdgleiche sind Betrieb und Lagerung untersagt, unabhängig von Füllstand und Dauer. Unter Erdgleiche heißt: Der Fußboden liegt mehr als einen Meter unter dem umliegenden Gelände, das trifft neben dem Keller auch auf manches Souterrain zu. Der Grund ist Physik: Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich am tiefsten Punkt des Raums. Aufsteckstrahler, die direkt auf die Flasche gesetzt werden, gehören ausschließlich ins Freie. Der Mietvertrag kann zusätzlich einschränken.
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Notheizung, Brennstoff und CO-Melder

Wir verlinken auf Suchergebnisse statt auf ein bestimmtes Modell, weil wir nicht testen und sich Angebote laufend ändern. Prüfe in der Liste die drei Punkte aus der Checkliste oben: ausdrückliche Freigabe für Innenräume, Zünd- und Sauerstoffmangelsicherung bei Gasgeräten, und die Raumgröße, die der Hersteller voraussetzt. Der CO-Melder gehört in denselben Einkauf, nicht in den nächsten. Und der Brennstoff dazu, sonst steht im Januar ein Gerät ohne Inhalt in der Ecke.

Was nur nach Lösung aussieht

Kurz: Vier Vorschläge tauchen in jeder Diskussion auf und halten keiner Prüfung stand: der Teelichtofen, der offene Backofen, der Holzkohlegrill im Innenraum und der Heizlüfter am kleinen Notstromaggregat. Die ersten drei sind gefährlich, der vierte ist teuer und wirkungslos.
1. Der Teelichtofen aus Blumentöpfen. Er erzeugt keine Energie, er verteilt nur die Wärme der Kerzen anders. Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale NRW sagt dazu, die Heizleistung sei zu gering, um einen Raum zu beheizen, rechnerisch bräuchte man je Quadratmeter einen eigenen Ofen. Dazu kommt die Brandgefahr: Der Deutsche Feuerwehrverband und der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks warnen ausdrücklich. Stehen die Teelichter dichter als etwa drei Zentimeter beieinander, staut sich unter dem Topf die Wärme, das Wachs entzündet sich, und es entsteht eine Stichflamme. Ein Wachsbrand lässt sich nicht auspusten und nicht mit Wasser löschen, sondern nur mit Löschdecke oder Feuerlöscher.
2. Der offene Backofen. Er läuft mit Strom, den du im Ausfall gerade nicht hast. Selbst wenn Strom da wäre, wäre er ein Heizlüfter mit schlechterer Luftführung und einer offenen heißen Tür in Kinderhöhe.
3. Grill oder Gaskocher als Heizung. Das BBK schreibt ausdrücklich, nicht in der Wohnung oder im Haus zu grillen, es bestehe Erstickungsgefahr. Ein Campingkocher ist zum Kochen gedacht, für kurze Zeit und mit offenem Fenster. Als Wärmequelle über Stunden ist er genau der Fall, vor dem die Feuerwehren warnen.
4. Der Heizlüfter am Notstromaggregat. Technisch geht das, wirtschaftlich fast nie. 2.000 Watt Dauerlast verlangen ein Aggregat einer ganz anderen Klasse als die 100 bis 150 Watt, die deine Heizungsanlage braucht, und verbrauchen entsprechend Kraftstoff. Für dasselbe Geld versorgst du über die vorhandene Heizung das ganze Haus. Erst wenn es diese Anlage nicht gibt, wird direkte elektrische Wärme überhaupt zum Thema.
Trägt im Ernstfall
  • Die vorhandene Heizung mit rund 100 Watt am Akku weiterlaufen lassen
  • Ein für Innenräume freigegebenes Gerät plus Brennstoff für zehn Tage
  • CO-Melder nach DIN EN 50291 im selben Raum
  • Einen Raum warm halten statt der ganzen Wohnung
  • Schlafsack mit passendem Komfortbereich für die Nacht
Kostet Geld oder Gesundheit
  • Teelichtofen und andere Bastellösungen mit offener Flamme
  • Camping- oder Terrassengeräte im geschlossenen Wohnraum
  • Gasflasche im Keller, auch nur kurz abgestellt
  • Heizlüfter an Powerstation oder kleinem Aggregat
  • Gerät gekauft, Brennstoff vergessen

Ein warmer Raum statt einer lauwarmen Wohnung

Kurz: Das BBK rät, sich bei einem Stromausfall möglichst auf einen Raum zu beschränken und die Türen geschlossen zu halten, damit die Wärme nicht entweicht, trotzdem aber regelmäßig zu lüften. Das ist die Maßnahme, die nichts kostet und am meisten bringt. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung auf 20 Grad zu halten verlangt ein Vielfaches der Leistung, die ein einzelnes Zimmer auf 18 Grad braucht.

Die Reihenfolge ist deshalb immer dieselbe: erst die Wärme halten, die noch da ist, dann die Wärme am Körper, und erst danach die Frage nach dem Gerät. Wie schnell es dabei kalt wird, hängt an Bauart und Dämmung und reicht von wenigen Stunden im zugigen Altbau bis zu mehreren Tagen im gut gedämmten Neubau. Diese Spanne ist der Puffer, in dem du dich organisierst, und du kennst sie für deine Wohnung besser als jede Tabelle.

1. Einen Raum bestimmen. Am besten ein kleiner Raum mit wenig Außenwand, möglichst nicht der mit der größten Fensterfläche. Alle Türen dorthin schließen, unbenutzte Zimmer geschlossen halten.
2. Rollläden und Vorhänge nachts schließen. Fenster sind die schwächste Stelle der Hülle. Ein geschlossener Rollladen bringt eine Luftschicht davor und ist der billigste Wärmeschutz, den es gibt. Tagsüber bei Sonne öffnen, abends schließen.
3. Trotzdem lüften. Kurz und mit weit geöffnetem Fenster, nicht auf Kipp. Kippfenster kühlen die Wände aus und tauschen kaum Luft. Das gilt besonders, wenn Kerzen oder ein Verbrennungsgerät im Raum sind.
4. Schichten statt einer dicken Lage. Mehrere dünne Schichten schließen Luft ein und wärmen besser als ein einzelner dicker Pullover. Mütze und warme Socken bringen mehr, als ihre Größe vermuten lässt.
5. Die Nacht getrennt planen. Nachts sinkt die Körpertemperatur ohnehin. Ein Schlafsack mit passendem Komfortbereich ist die zuverlässigere Lösung als drei Decken, weil er die warme Luft am Körper hält statt sie beim Umdrehen zu verlieren.
Achte beim Schlafsack auf den Komfortbereich, nicht auf die Extremwerte: Hersteller nennen drei Temperaturen. Der Komfortbereich ist die, bei der eine Frau normaler Statur entspannt schläft, der Grenzbereich gilt für einen Mann, und der Extrembereich beschreibt nur das Überleben ohne Erfrierungen, nicht Schlaf. Für einen ungeheizten Raum in Deutschland ist ein Komfortbereich um null Grad eine sichere Wahl. Wer bereits einen Sommerschlafsack hat, kommt mit einem Innenschlafsack ein gutes Stück weiter.
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Wärme am Körper, ohne Verbrennung im Raum

Das ist der Teil der Vorsorge, der nichts anschaltet und trotzdem am zuverlässigsten funktioniert. Er steht auch deshalb in der BBK-Checkliste vor der Heizgelegenheit. Eine Heizdecke mit 60 bis 100 Watt läuft an einer 1.000-Wattstunden-Powerstation grob acht bis vierzehn Stunden, während derselbe Akku einen Heizlüfter keine halbe Stunde trägt. Wer seine Heizung nicht an eine Powerstation bekommt, holt hier den größten Nutzen je Wattstunde heraus.

Was du heute erledigen kannst

Der Unterschied zwischen einem kalten und einem unangenehmen Winterausfall entsteht nicht im Ausfall, sondern an einem beliebigen Nachmittag davor. Die folgenden Punkte kosten zusammen einen halben Tag und ein überschaubares Budget.

Vorbereitung in der Reihenfolge, in der sie sich lohnt
  • Nachsehen, ob deine Heizung an einer Steckdose hängt oder fest verdrahtet ist. Das entscheidet über alles Weitere.
  • Leistungsaufnahme der Anlage über einen kalten Tag messen und die Zahl notieren.
  • Bei fester Verdrahtung: eine Elektrofachkraft fragen, ob sich ein Zwischenstecker oder eine Einspeisemöglichkeit nachrüsten lässt.
  • Powerstation nach dem gemessenen Wert auslegen, mit reinem Sinus und möglichst USV-Funktion.
  • Einen Aufenthaltsraum festlegen und der Familie sagen, welcher es ist.
  • Warme Schichten, Mützen, Socken und Schlafsäcke griffbereit an einer Stelle sammeln, nicht verteilt im Keller.
  • Falls keine eigene Anlage rettbar ist: ein für Innenräume freigegebenes Heizgerät samt Brennstoff für zehn Tage anschaffen.
  • CO-Melder nach DIN EN 50291 aufhängen und Prüftaste drücken.
  • Löschdecke oder Feuerlöscher in dem Raum lagern, in dem geheizt wird.
  • Den restlichen Vorrat prüfen. Wärme allein reicht nicht, die vollständige Notvorrat-Liste des Bundesamtes und der Notvorrat-Rechner nennen die Mengen für deinen Haushalt.
  • Ein netzunabhängiges Radio bereitlegen, damit du erfährst, wie lange der Ausfall dauern soll. Worauf es dabei ankommt, steht im Kurbelradio-Ratgeber.
Die Reihenfolge ist wichtiger als das Budget: Wer einen Ofen kauft, ohne vorher zu prüfen, ob eine Powerstation die vorhandene Heizung am Laufen hält, kauft leicht die zweitbeste Lösung zum höheren Preis. Und wer beides kauft, aber keinen Brennstoff lagert, hat im Ernstfall zwei Geräte und kein Feuer. Prüfen, messen, dann kaufen. Was im Ausfall in den ersten Stunden sonst noch ansteht, steht im Ratgeber Stromausfall: Was tun.

Häufige Fragen

Funktioniert die Gasheizung bei einem Stromausfall?
In aller Regel nicht. Die Wärme kommt zwar aus dem Gas, aber Steuerung, Zündung, Gebläse und Umwälzpumpe brauchen Strom. Zusammen sind das im Betrieb üblicherweise 50 bis 150 Watt. Fällt das Netz aus, bleibt die Anlage stehen, obwohl Gas anliegt. Genau deshalb ist eine Powerstation an der Heizung wirksamer als jedes elektrische Heizgerät: Sie ersetzt nicht die Wärme, sondern nur die Steuerung.
Wie lange trägt eine Powerstation eine Heizung?
Als Größenordnung: Kapazität in Wattstunden mal 0,85, geteilt durch die mittlere Leistungsaufnahme. Rechne dabei die Grundlast mit: Pumpe und Steuerung laufen auch in den Brennerpausen. Eine Powerstation mit 1.024 Wattstunden an einer Gastherme, die im Brennbetrieb 100 Watt zieht, darunter 25 Watt Grundlast, und deren Brenner gut die halbe Stunde läuft, kommt rechnerisch auf rund 12,4 Stunden. Derselbe Akku trägt einen 2.000-Watt-Heizlüfter etwa 26 Minuten. Verbindlich ist die Leistungsaufnahme deiner eigenen Anlage, gemessen mit einem Steckdosen-Messgerät.
Welche Notheizung ist für Innenräume erlaubt?
Erlaubt ist das Gerät, das der Hersteller ausdrücklich für Innenräume freigibt, und nur unter den Bedingungen, die in seiner Anleitung stehen. Petroleum-Dochtöfen und Katalytöfen gibt es in solchen Ausführungen, Aufsteckstrahler für die Gasflasche und Terrassenheizstrahler dagegen nicht. Für Schlafräume, Badezimmer und Räume unter Erdgleiche gilt in beiden Fällen ein Nein. Ergänzend gelten die Feuerungsverordnung des Bundeslandes und der Mietvertrag.
Wie viel Lüftung braucht ein Petroleumofen?
Eine gängige Herstellerangabe für Dochtöfen lautet: rund 12 Kubikmeter Raumluft je 1.000 Watt Heizleistung, bezogen auf die Höchstleistung des Geräts. Reicht der Raum nicht, sollen Türen zu Nachbarräumen offen bleiben und Lüftungsöffnungen nahe Decke und Fußboden von je etwa 25 Quadratzentimetern je 1.000 Watt vorhanden sein. In stark abgedichteten Gebäuden muss die Frischluft direkt von außen kommen. Maßgeblich ist immer die Anleitung deines Geräts.
Ist ein Teelichtofen als Notheizung geeignet?
Nein, und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist die Leistung zu gering: Der Blumentopf erzeugt keine Energie, er verteilt nur die Wärme der Kerzen. Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale NRW sagt dazu, die Heizleistung reiche nicht aus, um einen Raum zu beheizen. Zweitens warnen der Deutsche Feuerwehrverband und das Schornsteinfegerhandwerk ausdrücklich davor: Stehen die Teelichter zu dicht, entzündet sich das Wachs, und ein Wachsbrand lässt sich weder auspusten noch mit Wasser löschen.
Darf ich eine Propangasflasche in der Wohnung haben?
Nach der Technischen Regel Flüssiggas darf in einem Raum höchstens eine Flasche mit 5 oder 11 Kilogramm betrieben werden, eine weitere darf in einem anderen Raum der Wohnung lagern. Schlafräume sind ausgenommen. In Räumen unter Erdgleiche, also im Keller, sind Lagerung und Betrieb unabhängig von Größe und Dauer untersagt, weil Flüssiggas schwerer als Luft ist und sich am tiefsten Punkt sammelt. Der Mietvertrag kann zusätzlich einschränken.
Reicht ein Heizlüfter am Notstromaggregat?
Technisch ja, wirtschaftlich fast nie. Ein Heizlüfter auf der höchsten Stufe zieht rund 2.000 Watt und braucht damit ein Aggregat, das deutlich mehr kostet und deutlich mehr Kraftstoff verbraucht als eines, das nur die Heizung versorgt. Der Umweg über die eigene Heizungsanlage liefert für einen Bruchteil der Leistung die Wärme des gesamten Hauses. Erst wenn es diese Anlage nicht gibt oder sie nicht angeschlossen werden kann, wird direkte elektrische Wärme zum Thema.
Was empfiehlt das BBK zum Heizen bei Stromausfall?
Die Checkliste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe führt unter „Licht und Wärme“ warme Kleidung und Decken, Schlafsäcke, eine netzunabhängige Heizgelegenheit wie Gasheizer, Petroleumofen oder Ethanolkamin sowie die passenden Brennstoffe. Für das Verhalten im Ausfall rät das BBK, sich auf einen Raum zu beschränken und die Türen geschlossen zu halten, trotzdem regelmäßig zu lüften und nicht in der Wohnung zu grillen.

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