Kaufberatung

Kurbelradio: Was du im Stromausfall wirklich empfängst

Nicht welches Gerät gewinnt, sondern was im Ernstfall überhaupt noch sendet. Mit Kurbel-Rechner und Kaufkriterien ohne Testsieger-Gerede.

Lesezeit ca. 12 Min. · Aktualisiert: 31. Jul. 2026
Notfallradio mit ausgezogener Teleskopantenne und ausgeklappter Handkurbel auf einem Küchentisch, daneben Ersatzbatterien und ein Notizblock mit Stift

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Ein Kurbelradio kauft man nicht wegen der Kurbel. Man kauft es, weil es der einzige Empfänger im Haushalt ist, der noch funktioniert, wenn das Stromnetz ausfällt und das Handy nach ein paar Stunden „Kein Netz" anzeigt. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, welches Gerät in einem Vergleich vorne liegt, sondern eine andere: Was kannst du damit im Ernstfall überhaupt noch empfangen?

Diese Seite beantwortet genau das. Sie nennt keinen Testsieger, weil wir nicht testen. Sie erklärt stattdessen, welche Sendernetze im Stromausfall weiterlaufen, warum UKW dabei die robustere Technik ist, wie viel Hörzeit eine Minute Kurbeln tatsächlich liefert und welche Merkmale du am Gerät nachprüfen kannst, bevor du bezahlst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das BBK empfiehlt ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio, um bei einem langanhaltenden Stromausfall Mitteilungen der Behörden zu verfolgen. Eine Modellempfehlung gibt es von keiner Behörde.
  • Warn-App und Cell Broadcast hängen am Mobilfunknetz. Für dessen Notstromversorgung gibt es keine bundesweit einheitliche Vorgabe, die Angaben reichen von etwa 30 Minuten bis zu wenigen Stunden.
  • Die großen Rundfunk-Senderstandorte haben eigene Notstromaggregate. Beim Bayerischen Rundfunk sind die Dieselvorräte an den Senderstandorten für rund sieben Tage ausgelegt.
  • UKW schlägt DAB+ im Ernstfall bei Flächendeckung, Gebäudedurchdringung und Stromverbrauch. DAB+ hat dafür die automatische Warnfunktion, die aber kaum ein handelsübliches Gerät unterstützt.
  • Die Kurbel ist die Reserve, nicht der Antrieb. Sie liefert grob 1,5 bis 3 Watt in den Akku. Getragen wird der Betrieb vom Akku, und noch besser von gewöhnlichen Batterien im Ersatzfach.
  • Notiere die Frequenz deines regionalen Senders auf Papier. Ohne Netz gibt es keine Suchmaschine, die sie dir nennt.

Warum ausgerechnet Radio, wenn jeder ein Handy hat

Kurz: Weil Radio der einzige Warnkanal ist, dessen Sendeseite auf tagelangen Netzausfall ausgelegt ist. Sirenen erreichen dich draußen, sagen aber nur „schalte ein Radio ein". Cell Broadcast und die Warn-App NINA laufen über Mobilfunkmasten, die nur begrenzt notstromversorgt sind. Fällt der Mast aus, bleibt das Handy stumm, egal wie voll der Akku ist.

Deutschland warnt seine Bevölkerung nicht über einen Kanal, sondern über einen Mix: Sirenen, Cell Broadcast, Warn-Apps wie NINA, Rundfunk, Fernsehen, Anzeigetafeln. Das BBK betont ausdrücklich, dass Cell Broadcast nur ein Baustein in diesem Mix ist und die anderen Wege nicht ersetzt. Jeder dieser Wege hat eine andere Schwachstelle, und im Stromausfall fallen sie nacheinander aus.

Wie lange die Warnkanäle ohne Netzstrom durchhalten Vergleich der vier Warnwege: Sirene erreicht dich draußen, transportiert aber keine Information. Warn-App und Cell Broadcast hängen am Mobilfunk mit etwa 30 Minuten bis wenigen Stunden Notstrom. Der Rundfunk sendet über notstromversorgte Grundnetzsender mehrere Tage weiter. Wie lange trägt welcher Warnweg ohne Netzstrom? Sendeseite, nicht dein Gerät. Angaben je nach Standort und Betreiber unterschiedlich. Warn-App NINA Mobilfunk und Internet, Minuten bis Stunden Cell Broadcast Mobilfunkmast, keine einheitliche Vorgabe Sirene je nach Anlage mit Notstrom, ohne Inhalt Rundfunk über UKW Grundnetzsender mit Notstromaggregat, mehrere Tage Minuten Stunden ein Tag Tage Die Länge der Balken zeigt die Größenordnung, nicht eine exakte Zeitspanne.
Der Warnmittelmix im Stromausfall. Das Radio ist der Kanal, dessen Sendeseite am längsten trägt.

Der Unterschied ist keine Kleinigkeit. Das Behördennetz für Polizei und Feuerwehr wird gerade auf mindestens 72 Stunden Notstrom an über 3.800 Standorten ausgebaut, weil man dort weiß, was ein längerer Ausfall bedeutet. Für die zivilen Mobilfunknetze gibt es keine vergleichbare bundesweite Vorgabe. Die Netzbetreiber sprechen von Batteriepuffern für „einige Stunden", andere Einschätzungen liegen bei 30 Minuten bis wenigen Stunden, und bei hoher Auslastung wird es weniger. Genau diese Auslastung entsteht, wenn nach einem Ausfall alle gleichzeitig telefonieren.

Offizielle Empfehlung
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

„Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio bereit, damit Sie bei einem langanhaltenden Stromausfall Mitteilungen der Behörden verfolgen können." Das BBK empfiehlt zusätzlich ausreichend Ersatzbatterien und nennt Solarradio und Autoradio als Alternativen.

bbk.bund.de → Warnung und Vorsorge → Vorsorge → Stromausfall

Was im Blackout überhaupt noch sendet

Kurz: Die Grundnetzsender der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Sie stehen auf Bergen und hohen Masten, versorgen jeweils über hundert Kilometer und haben eigene Dieselaggregate. Beim Bayerischen Rundfunk reichen die Vorräte an den Senderstandorten für rund sieben Tage, bei Beschränkung auf ein Notprogramm entsprechend länger. Jedes Bundesland hat außerdem ein Programm festgelegt, über das Warndurchsagen laufen.

Wenn ein Land seine Bevölkerung im Katastrophenfall über den Rundfunk erreichen will, muss die Sendeseite funktionieren. Deshalb sind die großen Senderstandorte anders ausgestattet als ein Mobilfunkmast auf einem Wohnhausdach: eigenes Notstromaggregat, eigener Kraftstoffvorrat, redundante Zuführung. Ein einziger solcher Standort deckt eine ganze Region ab.

Grundnetzsender

Reichweite über 100 Kilometer je Standort, Notstromaggregat vor Ort. Ein Ausfall deiner Straße oder deines Stadtteils betrifft die Ausstrahlung überhaupt nicht.

Sieben Tage Diesel

So sind die Vorräte an den Senderstandorten des Bayerischen Rundfunks ausgelegt. Andere Anstalten planen ähnlich, verbindlich ist die Angabe der jeweiligen Anstalt.

Ein Warnprogramm je Land

Jedes Bundesland hat ein Hörfunkprogramm bestimmt, über das amtliche Durchsagen laufen. In Bayern ist das Bayern 1. Die Frequenz unterscheidet sich je nach Empfangsort.

Die Frequenz gehört auf Papier, nicht ins Handy: Welche Frequenz du im Ernstfall einstellen musst, hängt davon ab, wo du wohnst. Manche Landkreise nennen sie ausdrücklich, im Kreis Coesfeld etwa Radio Kiepenkerl auf 107,4 und 88,2 sowie WDR 2 auf 94,1. Such deine heraus, solange das Internet läuft, und schreib sie auf einen Zettel, der beim Radio liegt. Ein Sendersuchlauf im Dunkeln mit halbleerem Akku ist die schlechtere Variante.

UKW oder DAB+: der Unterschied, der im Ernstfall zählt

Im Alltag ist DAB+ die bessere Technik: mehr Programme, kein Rauschen, Zusatzinformationen im Display. Im Stromausfall drehen sich drei Punkte um.

KriteriumUKWDAB+
Flächendeckungpraktisch überall in Deutschlandgut ausgebaut, aber nicht lückenlos
Empfang im Kellerbesser, weil niedrigere Frequenz (87,5 bis 108 MHz)schwächer, Band III liegt bei 174 bis 240 MHz
Stromverbrauchgering, der Decoder fehltrund doppelt so hoch bei gleicher Lautstärke
Automatische Warnungnein, du musst einschaltenmöglich über die Warnfunktion, aber selten eingebaut
Verhalten bei schwachem Signalrauscht, bleibt aber verständlichbricht ab, dann ist Stille

Der letzte Punkt wird oft übersehen und ist im Ernstfall der unangenehmste. Ein analoges Signal wird schlechter und schlechter, du hörst aber weiter, was gesagt wird. Ein digitales Signal ist bis zu einer Schwelle perfekt und danach weg. Wer im Keller sitzt oder am Rand des Versorgungsgebiets wohnt, hört mit UKW ein verrauschtes Programm und mit DAB+ gar nichts.

Verlass dich nicht auf die automatische Warnfunktion. DAB+ kann Geräte im Bereitschaftsbetrieb selbsttätig einschalten und eine amtliche Warnung abspielen. Diese Funktion ist Teil des deutschen Warnsystems und technisch fertig. Nur: Handelsübliche DAB+-Radios unterstützen sie überwiegend nicht. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, das die Testaussendungen betreibt, weist ausdrücklich darauf hin, dass gewöhnliche Geräte aus dem Handel von diesen Testalarmen gar nicht erfasst werden. Wenn dir die Funktion wichtig ist, muss sie im Datenblatt stehen. „DAB+" allein bedeutet sie nicht.
Die pragmatische Antwort: Nimm ein Gerät, das beides empfängt. Im Alltag hörst du DAB+, im Ernstfall schaltest du auf UKW um und sparst damit Akku. Wer sich entscheiden muss, entscheidet sich für UKW, weil die Vollversorgung und die Gebäudedurchdringung im Notfall mehr wert sind als die Programmvielfalt.

Was eine Minute Kurbeln wirklich bringt

Kurz: Etwa 1,5 bis 3 Watt gehen beim Kurbeln in den Akku, je nachdem wie kräftig du drehst. Ein UKW-Radio zieht bei Zimmerlautstärke rund 0,5 Watt, ein DAB+-Gerät gut das Doppelte. Eine Minute Kurbeln trägt damit etwa drei bis sechs Minuten UKW oder ein bis drei Minuten DAB+. Die Herstellerangabe „eine Minute kurbeln, fünfzehn Minuten hören" gilt für leise Wiedergabe und kräftiges Drehen.

Der Name führt in die Irre. Die Kurbel ist nicht der Antrieb des Geräts, sondern die letzte Reserve, wenn der Akku leer ist und keine Sonne scheint. Wer plant, sein Radio dauerhaft per Hand zu betreiben, hat nach einer Stunde Kurbeln für zwei bis drei Stunden Programm gearbeitet. Das ist im Notfall machbar, aber es ist kein Betriebskonzept.

Rechne selbst nach, mit deiner Hörgewohnheit und der Kapazität deines Geräts. Der Rechner nutzt Richtwerte für kompakte Notfallradios, die Größenordnung stimmt für die allermeisten Geräte.

Werkzeug

Kurbel-Rechner: Akku, Hörzeit, Kurbelminuten

Stell ein, wie lange du am Tag hören willst und womit. Der Rechner zeigt, wie viele Tage der geladene Akku trägt und wie viel du danach täglich kurbeln müsstest. Die Watt-Werte sind Richtwerte für kompakte Notfallradios, dein Gerät kann abweichen.

Empfang
Lautstärke

Die Kapazität steht meist auf dem Gerät oder in der Anleitung. Übliche Notfallradios liegen zwischen 600 und 4.000 mAh. Wenn du sie nicht findest, lass 2.000 stehen.

1,5 bis 3 W
was eine Handkurbel im Akku ankommen lässt
0,5 W
UKW bei Zimmerlautstärke, Richtwert
1,3 W
DAB+ bei gleicher Lautstärke, Richtwert

Das Solarpanel auf der Oberseite ist eine Ergänzung, keine zweite Stromquelle. Die verbauten Zellen sind wenige Quadratzentimeter groß und laden den Akku bei gutem Wetter über einen ganzen Tag meist nicht voll. Als Erhaltungsladung während das Gerät auf der Fensterbank liegt ist das nützlich. Als Plan für die Versorgung taugt es nicht.

Woran du ein brauchbares Gerät erkennst

Wir testen keine Geräte und nennen deshalb keinen Sieger. Die folgenden Merkmale kannst du aber vor dem Kauf im Datenblatt nachlesen, und sie entscheiden im Ernstfall mehr als jede Bewertung.

Vor dem Kauf im Datenblatt prüfen
  • UKW-Empfang vorhanden, nicht nur DAB+. Im Zweifel das Gerät mit beidem.
  • Fach für gewöhnliche Batterien zusätzlich zum fest verbauten Akku. Das ist das wichtigste Einzelmerkmal, weil es dich vom Zustand des Akkus unabhängig macht.
  • Ladung über USB-C, damit dasselbe Kabel wie am Handy passt.
  • Teleskopantenne statt Kopfhörerkabel als Antenne. Letzteres zwingt dich zum Kopfhörer.
  • Akkukapazität in mAh angegeben. Fehlt die Angabe, ist sie meist klein.
  • Ausgang zum Laden des Handys, wenn das Gerät auch als Notfall-Powerbank dienen soll.
  • Lampe mit eigenem Schalter, damit sie sich nicht in der Tasche einschaltet und den Akku leert.
  • Angabe zur Laufzeit bei UKW und bei DAB+ getrennt. Wer nur einen Wert nennt, meint den günstigeren.
Sinnvoll
  • Gerät mit Batteriefach, dazu ein Satz Batterien im Vorrat
  • Alle drei Monate einmal einschalten und den Akku nachladen
  • Frequenzliste des eigenen Landkreises daneben legen
  • Standort festlegen, an dem es im Dunkeln zu finden ist
  • Kopfhörer dazulegen, das spart im Betrieb spürbar Strom
Verschenkt
  • Gerät kaufen, einmal auspacken und in die Schublade legen
  • Auf das Solarpanel als Hauptversorgung setzen
  • Nur DAB+ kaufen, weil UKW als veraltet gilt
  • Sich auf die automatische Warnfunktion verlassen, ohne dass sie im Datenblatt steht
  • Bluetooth-Lautsprecher-Funktionen als Kaufgrund werten, sie kosten nur Strom
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Notfallradios und Ersatzbatterien

Wir verlinken bewusst auf Suchergebnisse statt auf ein bestimmtes Modell, weil wir nicht testen und die Angebote sich ständig ändern. Achte in der Liste auf die Merkmale aus der Checkliste oben: UKW zusätzlich zu DAB+, ein Fach für gewöhnliche Batterien, USB-C und eine angegebene Akkukapazität. Batterien gehören daneben, denn ein Akku, der drei Jahre ungenutzt liegt, ist im Ernstfall der schwächste Teil des Geräts.

Die vier häufigsten Denkfehler

1. „Ich habe doch die Warn-App." Die App braucht Mobilfunk oder WLAN, beides hängt am Strom. Cell Broadcast erreicht dich zwar ohne App, aber ebenfalls nur über einen Mobilfunkmast, der noch versorgt ist. Beides ist schnell und präzise, solange das Netz steht. Genau dann fällt es aus, wenn es am wichtigsten wäre.
2. „Das Ding hat eine Kurbel, also brauche ich keine Batterien." Die Kurbel liefert wenig Energie und geht auf die Hand. Ein Batteriefach ist die entspanntere Reserve, gerade wenn mehrere Menschen im Haushalt mithören wollen.
3. „Solar reicht im Sommer." Die kleinen Zellen auf dem Gehäuse laden bei direkter Sonne über Stunden ein paar Minuten Hörzeit nach. Das ist Erhaltung, keine Versorgung.
4. „Im Notfall finde ich den Sender schon." Ohne Netz gibt es keine Suchmaschine. Wer die Frequenz seines regionalen Senders nicht kennt, sucht im Dunkeln mit sinkendem Akku ein Band ab, auf dem im Ausfall deutlich weniger Sender laufen als sonst.
Ein Radio ersetzt keinen Notruf. Es ist ein Empfänger, kein Sender. Wenn du Hilfe brauchst und das Mobilfunknetz ausgefallen ist, hilft nur der Weg zur nächsten besetzten Stelle: Feuerwache, Rettungswache, Polizeidienststelle oder ein von der Kommune eingerichteter Anlaufpunkt. Viele Städte richten für längere Ausfälle sogenannte Leuchttürme ein. Wo deiner ist, erfährst du bei deiner Stadt, und das erfragst du besser vorher als im Ernstfall.

Was du heute erledigen kannst

Frequenzen heraussuchen. Suche das Warnprogramm deines Bundeslandes und den regionalen Sender für deinen Ort. Schreibe beide Frequenzen auf Papier.
Gerät prüfen. Einschalten, Akku laden, Empfang testen. Wenn ein Batteriefach da ist: passende Batterien besorgen und daneben legen, nicht einlegen. Eingelegte Batterien laufen mit den Jahren aus.
Standort festlegen. Das Radio gehört dorthin, wo du es im Dunkeln findest, zusammen mit Taschenlampe und Zettel. Nicht in den Keller, nicht ganz nach hinten in den Schrank.
Warntag nutzen. Der bundesweite Warntag findet in der Regel am zweiten Donnerstag im September statt. Das ist der Termin, an dem du gefahrlos prüfen kannst, ob dein Gerät und dein Zettel taugen.
Den Rest des Haushalts mitdenken. Ein Radio nützt wenig, wenn Wasser und Licht fehlen. Der Ratgeber zum Verhalten bei Stromausfall und der Notvorrat-Rechner decken das ab.

Wer über das Radio hinaus Strom im Haus halten will, findet die beiden Wege dorthin in der Kaufberatung Powerstation und in der Kaufberatung Notstromaggregat, dort jeweils mit Rechnern für Bedarf und Laufzeit. Für ein Radio allein braucht es beides nicht: Es läuft mit einer Handvoll Watt.

Passend dazu: Bei einem längeren Ausfall wird Trinkwasser schnell zum größeren Problem als Information. Öffentliche Entnahmestellen findest du über die Notbrunnen-Karte und die Trinkwasserquellen in deiner Stadt.

Häufige Fragen

Wie sinnvoll ist ein Kurbelradio wirklich?
Sinnvoll ist es als netzunabhängiger Empfänger, nicht wegen der Kurbel. Das BBK empfiehlt ausdrücklich ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio, damit du bei einem langanhaltenden Stromausfall Mitteilungen der Behörden verfolgen kannst. Cell Broadcast und Warn-Apps hängen am Mobilfunknetz, und dessen Sendemasten sind nur begrenzt notstromversorgt. Die großen Rundfunk-Senderstandorte halten deutlich länger durch.
Welches Kurbelradio empfiehlt der Katastrophenschutz?
Weder das BBK noch die Landesbehörden empfehlen ein bestimmtes Modell. Die offizielle Empfehlung lautet, ein netzunabhängiges Radio bereitzuhalten, möglichst mit Ersatzbatterien. Wer sich an Behördenempfehlungen orientieren will, achtet deshalb auf Merkmale statt auf Marken: UKW-Empfang, mehrere Energiequellen, ein Fach für gewöhnliche Batterien und die Frequenzen des zuständigen Senders.
Wie lange muss man kurbeln, um Radio zu hören?
Hersteller nennen üblicherweise ein bis zwei Minuten Kurbeln für zehn bis fünfzehn Minuten Wiedergabe. Das gilt für leise UKW-Wiedergabe und kräftiges Kurbeln. Eine Handkurbel liefert grob 1,5 bis 3 Watt in den Akku, ein UKW-Radio zieht bei Zimmerlautstärke etwa 0,5 Watt, ein DAB+-Gerät gut das Doppelte. Für eine Stunde DAB+ bei Zimmerlautstärke sind das rund 26 Minuten Kurbeln.
UKW oder DAB+: was ist im Notfall besser?
UKW ist im Ernstfall die verlässlichere Wahl. Es ist flächendeckend verfügbar, kommt wegen der niedrigeren Frequenz besser durch Beton und Keller, und es verbraucht im Akkubetrieb weniger Strom. DAB+ hat mit der automatischen Warnfunktion einen Vorteil auf dem Papier, den die meisten handelsüblichen Geräte aber gar nicht unterstützen. Ein Gerät, das beides kann, ist die sichere Lösung.
Reicht das Autoradio als Ersatz?
Für den Empfang ja, als alleinige Lösung nein. Das Autoradio läuft an der Autobatterie und empfängt UKW zuverlässig, es ist deshalb eine gute Ergänzung. Du musst dafür aber zum Fahrzeug, es lässt sich nicht in der Wohnung mithören, und längeres Hören ohne laufenden Motor geht auf die Starterbatterie. Der Motor darf dabei nicht in einer geschlossenen Garage laufen.
Funktioniert Cell Broadcast bei einem Stromausfall?
Nur so lange der Mobilfunkmast in deiner Nähe noch Strom hat. Cell Broadcast verschickt die Warnung vom Sendemast an alle eingebuchten Geräte, fällt der Mast aus, kommt nichts mehr an. Für die Notstromversorgung der Mobilfunkstandorte gibt es keine bundesweit einheitliche Vorgabe, die Angaben reichen von etwa 30 Minuten bis zu wenigen Stunden. Deshalb ist Radio im Warnmittelmix der Kanal, der am längsten trägt.

Notfall-Infrastruktur in deiner Stadt finden

Trinkwasserquellen, Notdienst-Apotheken, Krankenhäuser und Notbrunnen mit Karte für deine Stadt.