Kaufberatung

Notstromaggregat für Einfamilienhaus: Wie viel kW du wirklich brauchst

Die Händlerseiten empfehlen 8 bis 10 kW. Für die meisten Häuser sind das zwei Nummern zu groß. Mit Rechner für den echten Bedarf und einer ehrlichen Antwort, wann sich das Ganze nicht lohnt.

Lesezeit ca. 12 Min. · Aktualisiert: 11. Sep. 2026

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Wer ein Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus sucht, bekommt von Händlerseiten meist eine schnelle Antwort: 8 bis 10 kW, damit alles läuft. Für die allermeisten Häuser sind das zwei Nummern zu groß. Ein Gerät dieser Klasse ist schwer, laut, teuer im Unterhalt und verbraucht auch dann Kraftstoff, wenn nur der Kühlschrank kühlt.

Diese Kaufberatung dreht die Reihenfolge um. Zuerst rechnest du aus, was in deinem Haus im Ernstfall wirklich weiterlaufen muss. Danach ergibt sich die Leistungsklasse fast von allein, und oft ist sie kleiner als gedacht. Für die grundsätzliche Technik gibt es die Kaufberatung Notstromaggregat, für das Verhalten im Ernstfall den Ratgeber Stromausfall: Was tun.

Das Wichtigste in Kürze
  • Grundversorgung für Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizungspumpe und Licht: etwa 2 bis 3 kW Dauerleistung.
  • Ganzes Haus inklusive Elektroherd und Warmwasser: 5 bis 10 kW.
  • Dauerleistung ist nicht Spitzenleistung. Anzeigen nennen oft die Spitze, der Unterschied liegt typischerweise bei rund 20 Prozent.
  • Motoren ziehen beim Anlauf ein Vielfaches. Planungsregel: das Gerät mit dem größten Anlaufstrom mal drei rechnen.
  • Reiner Sinus ist Pflicht. Gasthermen zünden bei verzerrter Spannung oft nicht, obwohl das Aggregat stark genug wäre.
  • Betrieb ausschließlich im Freien. Garage, Keller und Carport sind lebensgefährlich, auch bei offenem Tor.
  • Niemals in eine Haussteckdose einspeisen. Das ist unzulässig und kann Menschen im Netz töten.

Wie viel kW braucht ein Einfamilienhaus?

Für die Grundversorgung eines Einfamilienhauses reichen 2 bis 3 kW Dauerleistung. Das deckt Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizungspumpe, Licht und Kommunikation ab. Wer zusätzlich mit Strom kochen und Warmwasser bereiten will, landet bei 5 bis 10 kW. Entscheidend ist nicht die Hausgröße, sondern die Liste der Geräte, die weiterlaufen müssen.

Die Rechnung selbst ist einfach: Dauerleistungen aller Geräte addieren, die gleichzeitig laufen. Dann das Gerät mit dem größten Anlaufstrom suchen, meist der Kompressor der Gefriertruhe oder die Heizungspumpe, und dessen Leistung mal drei rechnen. Der größere der beiden Werte bestimmt die nötige Dauerleistung, plus etwa 25 Prozent Reserve.

Werkzeug

Leistungs-Rechner: Was muss dein Aggregat leisten?

Hak an, was im Ernstfall gleichzeitig laufen soll. Der Rechner addiert die Dauerleistungen, nimmt den größten Anlaufstrom mal drei und schlägt 25 Prozent Reserve auf. Die Wattwerte sind die Richtwerte aus der Tabelle oben. Verbindlich ist das Typenschild deines eigenen Geräts, und deine Auswahl bleibt nur in diesem Browser gespeichert.

Das Ergebnis des Rechners ist eine Untergrenze. Die Klassen weiter unten enthalten zusätzlich Puffer für Geräte, die man beim ersten Durchgang vergisst, und für den Leistungsverlust, den jedes Aggregat mit den Betriebsjahren zeigt.

Grundversorgung oder ganzes Haus? Zwei Wege, zwei Klassen

Die Entscheidung fällt vor dem Kauf, nicht danach. Grundversorgung bedeutet: ausgewählte Verbraucher über Verlängerungskabel oder eine vorbereitete Notstromschiene. Vollversorgung bedeutet: das komplette Hausnetz über eine fest installierte Umschaltung. Der Unterschied kostet Faktor zwei bis drei beim Gerät und zusätzlich die Elektroinstallation.
Zwei Ausbaustufen im Vergleich
Grundversorgung, 2 bis 3 kW Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizungspumpe, Licht, Router Inselbetrieb per Kabel
Erweiterte Grundversorgung, 3 bis 5 kW zusätzlich Waschmaschine, Werkzeug, einzelne Küchengeräte Notstromschiene sinnvoll
Vollversorgung, 5 bis 10 kW komplettes Hausnetz inklusive Elektroherd und Warmwasser Netzumschaltung durch Fachkraft
Wärmepumpen und Durchlauferhitzer sprengen diese Rechnung. Wer sie im Notbetrieb mitversorgen will, braucht eine eigene Auslegung durch eine Elektrofachkraft, keine Faustregel aus einem Ratgeber.
Praxis-Tipp: die Heizung ist der eigentliche Grund

In den meisten Einfamilienhäusern geht es beim Notstrom nicht um Komfort, sondern um Wärme. Eine moderne Gas- oder Ölheizung braucht selbst nur 100 bis 300 Watt für Pumpe, Steuerung und Gebläse, steht ohne Strom aber komplett. Wer nur die Heizung sichert, kommt mit einem kleinen Gerät aus. Was im Winter ohne Heizung wirklich hilft, steht im Ratgeber Heizen ohne Strom.

Diesel, Benzin oder Inverter?

Benzin-Inverter für die Grundversorgung, Diesel für die Vollversorgung. Inverter liefern eine saubere Sinusspannung, die Heizungssteuerungen und Elektronik brauchen, und sie sind leiser. Diesel lohnt sich ab etwa 5 kW und bei langen Laufzeiten, weil die Motoren haltbarer sind und der Kraftstoff sich deutlich länger lagern lässt.
Die Bauarten für den Hausgebrauch
Benzin-Inverter bis etwa 4 kW leise, reiner Sinus, leicht
Benzin, konventionell 2 bis 8 kW günstig, laut, Spannung oft unsauber
Diesel 5 kW aufwärts langlebig, sparsam, Kraftstoff lagerfähig
Gas (Flüssiggas) 2 bis 6 kW Kraftstoff altert kaum, Flaschenlagerung beachten
Achte im Datenblatt auf die getrennt ausgewiesene Dauerleistung. Wird nur eine Zahl genannt, ist es meist die Spitzenleistung, und die liegt typischerweise rund 20 Prozent über dem, was das Gerät dauerhaft liefert.
Reiner Sinus ist keine Komfortfrage

Gasthermen, Wärmepumpen-Steuerungen und Umwälzpumpen mit Elektronik zünden an verzerrter Spannung häufig nicht, obwohl das Aggregat rechnerisch stark genug wäre. Das ist der klassische Fall, in dem ein gekauftes Gerät im Ernstfall genau die Anlage nicht startet, wegen der es angeschafft wurde. Steht im Datenblatt kein „reiner Sinus" oder „Inverter", frag beim Händler nach, bevor du kaufst.

Geräte vergleichen

Für Notstromaggregate gibt es im Gegensatz zu Powerstations kaum Direktprogramme der Hersteller. Wer die Bauarten nebeneinander sehen will, findet Inverter-Stromerzeuger dieser Klasse * im Handel. Der ADAC hat am 03.09.2026 eine eigene Kaufberatung zu Notstromaggregaten veröffentlicht, die dieselben Kriterien behandelt.

Ist ein Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus sinnvoll?

Sinnvoll ist es, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: ein Aufstellort im Freien, eine eigene Heizungsanlage im Haus und die Möglichkeit, Kraftstoff zu lagern. Fehlt eine davon, ist eine Powerstation die bessere Lösung. In Deutschland dauern Stromausfälle meist Minuten, der Nutzen entsteht erst bei mehrtägigen Ausfällen.
1
Habe ich einen Aufstellort im Freien?

Nicht die Garage, nicht der Carport, nicht die offene Kellertür. Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid, das geruchlos ist und in geschlossenen oder halboffenen Räumen tödlich wirkt. Ohne echten Außenplatz mit Abstand zu Fenstern und Lüftungsöffnungen scheidet ein Aggregat aus.

2
Was muss wirklich laufen?

Wer nur Licht, Router, Handy und Kühlschrank braucht, kommt mit einer Powerstation leiser, wartungsfrei und ohne Kraftstofflager davon. Das Aggregat lohnt sich, sobald die Heizung dazukommt und der Ausfall länger als einen Tag dauern kann.

3
Darf ich genug Kraftstoff lagern?

Ohne Vorrat läuft das Gerät nur, solange der Tank reicht. Die zulässige Lagermenge ist der eigentliche Flaschenhals, nicht die Motorleistung. Dazu unten mehr.

4
Wer startet das Gerät im Ernstfall?

Die ehrlichste Frage von allen. Ein Aggregat will regelmäßig bewegt, gewartet und betankt werden, und im Ernstfall muss jemand im Haus wissen, wie es angeworfen und angeschlossen wird. Eine Powerstation braucht nichts davon.

Anschluss ans Hausnetz: nur mit Elektrofachkraft

Ein Aggregat gehört niemals in eine normale Haussteckdose. Der Strom fließt dann auch in Richtung Netz zurück und kann Menschen töten, die am Hausanschluss arbeiten. Zulässig ist nur eine fest installierte Netzumschaltung durch eine Elektrofachkraft, angemeldet beim Netzbetreiber.

Es gibt zwei saubere Wege. Der einfache ist der Inselbetrieb: Das Gerät steht draußen, Verlängerungskabel führen zu den einzelnen Verbrauchern. Das kostet nichts zusätzlich, ist aber unbequem und schließt fest verdrahtete Geräte wie die Heizung aus. Der zweite Weg ist die Notstromschiene: Eine Elektrofachkraft legt ausgewählte Stromkreise auf einen eigenen Verteiler mit Umschalteinrichtung. Die Heizung hängt dann mit dran, und im Ernstfall wird nur umgeschaltet und gestartet.

Drei Dinge, die dabei nicht verhandelbar sind

Erstens die Umschalteinrichtung, die eine Rückspeisung ins Netz sicher ausschließt. Zweitens die Erdung des Aggregats nach Herstellervorgabe, sonst funktioniert der Fehlerstromschutz nicht. Drittens die Anmeldung beim Netzbetreiber. Alle drei gehören in die Hand einer Elektrofachkraft, und zwar bevor das Gerät gekauft wird, nicht danach.

Der eigentliche Flaschenhals ist der Kraftstoff

Nicht der Motor begrenzt die Ausdauer, sondern die Menge, die du lagern darfst. In vielen Landesregelungen sind in einer Kleingarage höchstens 20 Liter Benzin vorgesehen. Verbindlich ist die Regelung deines Bundeslandes. 20 Liter reichen je nach Verbrauch für etwa 10 bis 40 Betriebsstunden.

Das ist die Zahl, die den Traum vom autarken Haus meist beendet. Ein Aggregat, das drei Tage durchlaufen soll, braucht je nach Last und Wirkungsgrad ein Vielfaches dessen, was privat gelagert werden darf. Praktisch heißt das: Das Gerät läuft in Intervallen, etwa zweimal am Tag für ein bis zwei Stunden, um Kühlgeräte herunterzukühlen und die Heizung durchlaufen zu lassen. So gerechnet trägt ein zulässiger Vorrat auch mehrere Tage.

Benzin altert außerdem. Ohne Stabilisator ist es nach einigen Monaten nicht mehr zuverlässig zündfähig, was im Ernstfall genauso ärgerlich ist wie ein leerer Kanister. Diesel und Flüssiggas sind hier deutlich gutmütiger. Den Rechner für den eigenen Vorrat und die Details zu Lagerung und Stabilisierung findest du in der Kaufberatung Notstromaggregat.

Wann die Powerstation die bessere Wahl ist

Für Grundversorgung ohne Heizung ist die Powerstation dem Aggregat überlegen. Sie läuft im Haus, lautlos, ohne Abgase und ohne Kraftstofflager, startet sofort und braucht keine Wartung. Ihre Grenze ist die Kapazität: Ist der Akku leer, hilft nur Nachladen aus dem Netz oder per Solarpanel.

Die ehrliche Aufteilung sieht so aus: Kühlschrank, Gefriertruhe, Licht, Router, Handy und eine Heizungspumpe von 100 bis 300 Watt lassen sich mit einer großen Powerstation über zwei bis vier Tage tragen. Alles darüber, also Elektroherd, Warmwasser, Werkstatt oder ein Ausfall über eine Woche, ist Aggregat-Gebiet. Viele Haushalte fahren am besten mit der Powerstation als Erstlösung und einem kleinen Aggregat als Ergänzung, statt mit einem großen Gerät für alles.

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Powerstations der 2.000er-Klasse

Die Klasse, die im Haus die Grundversorgung trägt: rund 2.000 Wattstunden Kapazität und 2.400 Watt Dauerleistung, zum Beispiel die Anker SOLIX C2000 Gen 2 (2.048 Wh, 2.400 W, LFP-Akku). Sie läuft innen, lautlos und ohne Kraftstoff. Welche Zahl dabei worüber entscheidet, steht im Ratgeber Powerstation 2000 Watt.

Anker SOLIX C2000 Gen 2 ansehen *
Lokale Notfall-Infrastruktur kennen

Notstrom ist ein Baustein, nicht der ganze Plan. Wer länger ohne Netzstrom auskommen muss, kennt auch die nächste Notdienst-Apotheke, das nächste Krankenhaus mit Notstromversorgung und den nächsten Notbrunnen. Dazu ein Notvorrat für mindestens zehn Tage nach der Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz.

Unterm Strich: Rechne zuerst, kaufe danach. Die Leistungsklasse, die aus einer ehrlichen Geräteliste folgt, liegt bei den meisten Einfamilienhäusern zwischen 2 und 3 kW und damit deutlich unter dem, was Händlerseiten empfehlen. Das gesparte Geld steckt besser in einer sauberen Elektroinstallation und in einem Kraftstoffvorrat, der wirklich zulässig ist.

Häufige Fragen

Wie viel kW sollte ein Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus haben?
Das hängt davon ab, ob du die Grundversorgung oder das ganze Haus abdecken willst. Für Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizungspumpe und Licht reichen etwa 2 bis 3 kW Dauerleistung. Ein vollständig versorgtes Einfamilienhaus mit Elektroherd, Warmwasser und allen Steckdosen braucht 5 bis 10 kW. Die meisten Haushalte fahren mit der Grundversorgung besser: Das Gerät ist kleiner, leiser, sparsamer im Verbrauch und deutlich günstiger.
Ist ein Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus sinnvoll?
Sinnvoll ist es, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein Aufstellort im Freien, eine eigene Heizungsanlage im Haus und die Möglichkeit, Kraftstoff zu lagern. Fehlt eine dieser Bedingungen, ist eine Powerstation die bessere Lösung. In Deutschland dauern Stromausfälle meist Minuten. Ein Aggregat rechnet sich vor allem in Regionen mit häufigen wetterbedingten Ausfällen und bei Häusern, die ohne Strom auch keine Wärme haben.
Darf ich ein Notstromaggregat ans Hausnetz anschließen?
Nur über eine fachgerecht installierte Netzumschaltung durch eine Elektrofachkraft, angemeldet beim Netzbetreiber. Das Aggregat in eine normale Haussteckdose zu stecken, ist unzulässig und lebensgefährlich: Der Strom fließt dann auch zurück ins Netz und kann Menschen töten, die am Hausanschluss arbeiten. Ohne Umschaltung bleibt der Inselbetrieb, also Verlängerungskabel vom Gerät direkt zu den einzelnen Verbrauchern.
Diesel oder Benzin für ein Einfamilienhaus?
Diesel lohnt sich ab etwa 5 kW und bei langen Laufzeiten: Die Motoren halten länger, verbrauchen weniger und der Kraftstoff ist deutlich länger lagerfähig. Benzin-Inverter sind leiser, leichter und liefern eine saubere Sinusspannung, die moderne Elektronik und Heizungssteuerungen brauchen. Für die Grundversorgung eines Einfamilienhauses ist der Benzin-Inverter meist die passendere Wahl, für Vollversorgung der Diesel.
Wie viel Kraftstoff darf ich für das Notstromaggregat lagern?
Das regeln die Bundesländer unterschiedlich. In vielen Landesregelungen sind in einer Kleingarage höchstens 20 Liter Benzin vorgesehen, für Diesel gelten meist höhere Mengen. Verbindlich ist die Regelung deines Bundeslandes. 20 Liter reichen je nach Verbrauch für etwa 10 bis 40 Betriebsstunden. Der Kraftstoffvorrat ist damit der eigentliche Flaschenhals, nicht die Motorleistung.
Welches Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus?
Wir testen keine Geräte und nennen deshalb kein Modell als Sieger. Die Auswahl folgt vier nachprüfbaren Merkmalen: ausgewiesene Dauerleistung statt nur Spitzenleistung, reine Sinusspannung (Inverter), ausreichende Reserve für Anlaufströme und ein Motor mit verfügbaren Ersatzteilen. Der ADAC hat am 03.09.2026 eine Kaufberatung zu Notstromaggregaten veröffentlicht, die dieselben Punkte behandelt.

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