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Wer nach einem Notstromaggregat für die Wohnung sucht, sucht meist nach etwas Kleinem und Leisem. Die Suchergebnisse liefern prompt Geräte mit 2 kW und dem Hinweis, sie seien besonders kompakt. Die Frage, ob so ein Gerät in einer Wohnung überhaupt betrieben werden darf, beantwortet kaum jemand.
Diese Seite beantwortet sie zuerst, und die Antwort ist kurz: Ein Aggregat mit Verbrennungsmotor gehört nicht in eine Wohnung, auf keinen Balkon und in keine Tiefgarage. Danach geht es um das, was tatsächlich funktioniert. Für Häuser mit Aufstellort im Freien gilt etwas anderes, das steht in der Kaufberatung für das Einfamilienhaus.
- Verbrennungsaggregate scheiden in Wohnungen aus. Der Grund ist Kohlenmonoxid, nicht die Gerätegröße.
- Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos. Man bemerkt die Vergiftung nicht, bevor man handlungsunfähig ist.
- Lüften hilft nicht. Ein gekipptes Fenster verdünnt die Abgase nicht schnell genug.
- Der Balkon zählt als Wohnbereich. Abgase ziehen in die eigene und in die Nachbarwohnung.
- Die Antwort für Wohnungen heißt Powerstation. Akku plus Wechselrichter, ohne Abgase und nahezu lautlos.
- Übliche Größe: 1.000 bis 2.000 Wattstunden. Das trägt Licht, Kommunikation und einen Kühlschrank über mehrere Tage.
- Reine Sinusspannung ist Pflicht, sonst laufen Netzteile, Gasthermen und Kühlschrankkompressoren nicht sauber.
Darf ein Notstromaggregat in der Wohnung laufen?
Das ist keine Formalie, die sich mit Rücksicht auf die Nachbarn umgehen ließe. Ein Verbrennungsmotor braucht Frischluft und gibt Abgase ab, und beides lässt sich in einer Wohnung nicht sicher organisieren. Die Geräte selbst sagen das auch: In praktisch jeder Betriebsanleitung steht der Hinweis, das Aggregat ausschließlich im Freien und mit Abstand zu Gebäudeöffnungen zu betreiben.
Kohlenmonoxid entsteht bei jeder unvollständigen Verbrennung. Es ist farblos, geruchlos und geschmacklos, und es bindet sich rund 200-mal stärker an den roten Blutfarbstoff als Sauerstoff. Betroffene bemerken die Vergiftung deshalb oft nicht, sondern werden müde, bekommen Kopfschmerzen und verlieren das Bewusstsein. Das gilt auch für Geräte, die im Freien vor einem geöffneten Fenster stehen.
Dazu kommt die Rechtslage, die in dieselbe Richtung zeigt. Mietvertrag und Hausordnung untersagen den Betrieb von Verbrennungsmotoren im Gebäude regelmäßig, der Brandschutz begrenzt die Lagerung von Benzin, und Immissionsschutz und Lärmschutz gelten gegenüber den Nachbarn ohnehin. Verbindlich ist dabei immer das Landesrecht zusammen mit dem, was im eigenen Mietvertrag steht.
Kohlenmonoxid: warum Lüften nicht reicht
Die verbreitete Vorstellung ist, dass ein offenes Fenster das Problem löst. Das trifft nicht zu, weil die Abgasmenge eines laufenden Motors in keinem Verhältnis zum Luftwechsel einer Wohnung steht. Ein Aggregat mit wenigen Kilowatt setzt in kurzer Zeit so viel Kohlenmonoxid frei, dass die Konzentration im Raum schneller steigt, als ein gekipptes Fenster sie abführen kann.
Hinzu kommt, dass die ersten Anzeichen unspezifisch sind. Müdigkeit, Kopfschmerz und Übelkeit werden in einer Ausnahmesituation leicht der Aufregung zugeschrieben. Genau deshalb sind Kohlenmonoxid-Unfälle so häufig tödlich: Die Betroffenen verlassen den Raum nicht, weil sie keinen Grund dazu sehen.
Ein Kohlenmonoxid-Melder kostet etwa 25 bis 50 Euro und gehört in jede Wohnung, in der mit Gas gekocht oder geheizt wird oder in der eine Gastherme hängt. Er ersetzt keinen Rauchmelder, sondern ergänzt ihn: Rauchmelder reagieren auf Partikel, Kohlenmonoxid-Melder auf das Gas. Platzierung in Aufenthaltshöhe, nicht an der Decke.
Balkon, Keller, Tiefgarage: auch das zählt als innen
Die Ausweichideen ähneln sich: auf den Balkon stellen, in den Keller, in die Tiefgarage, ins Treppenhaus. Alle vier scheiden aus demselben Grund aus. Es handelt sich um Bereiche, die entweder selbst geschlossen sind oder unmittelbar an Wohnräume grenzen, in denen sich Abgase sammeln und in die Wohnungen zurückziehen.
- Powerstation mit LiFePO4-Zellen und reinem Sinus-Wechselrichter
- USV für Router, Netzwerktechnik und Rechner
- Powerbanks für Handy, Lampen und Kleingeräte
- Batteriebetriebenes Radio für die amtliche Warnung
- Faltbares Solarpanel zum Nachladen am Fenster oder auf dem Balkon
- Benzin- oder Dieselaggregat in Wohnung, Keller oder Tiefgarage
- Aggregat auf dem Balkon oder vor dem offenen Fenster
- Gasgrill oder Campingkocher als Heizung in Innenräumen
- Einspeisung in eine normale Haussteckdose
- Kraftstoffkanister in Wohnung, Keller oder Abstellraum
Was in der Wohnung wirklich funktioniert
Die Aufgabe bleibt ja bestehen: Licht, Kommunikation, Kühlung und im Winter etwas Wärme. Nur wird sie in einer Wohnung mit gespeicherter statt mit erzeugter Energie gelöst. Eine Powerstation ist im Kern ein großer Akku mit Wechselrichter und Steckdosen, der sich am Netz oder über ein Solarpanel füllt und die gespeicherte Energie dann abgibt, ohne etwas zu verbrennen.
| Kriterium | Verbrennungsaggregat | Powerstation | USV |
|---|---|---|---|
| Betrieb in der Wohnung | ausgeschlossen | möglich | möglich |
| Abgase | ja, Kohlenmonoxid | keine | keine |
| Geräusch | 60 bis 90 dB | nahezu lautlos, nur Lüfter | nahezu lautlos |
| Typische Ausdauer | Tage, solange Kraftstoff da ist | ein bis mehrere Tage | Minuten bis wenige Stunden |
| Nachladen ohne Netz | Kraftstoff nachfüllen | Solarpanel | nicht vorgesehen |
| Umschaltung | manuell | manuell, teils unterbrechungsfrei | unterbrechungsfrei |
| Wartung | Öl, Filter, Kraftstoff altert | gelegentlich nachladen | Akkutausch nach Jahren |
Die Spalte, auf die es in der Wohnung ankommt, ist die erste. Alles andere ist danach eine Frage der Dimensionierung. Wer wissen will, worin sich die Geräte technisch unterscheiden, findet die Kriterien in der Kaufberatung zur Powerstation, die größeren Modelle behandelt der Ratgeber Powerstation 2000 Watt.
Wie viel Kapazität deine Wohnung braucht
Die Rechnung zeigt, worauf es ankommt. Licht und Kommunikation sind erstaunlich genügsam, der Kühlschrank ist der Posten, der die Klasse bestimmt. Wer ihn weglässt und stattdessen im Winter den Balkon als Kühlfach nutzt, kommt mit einem deutlich kleineren Gerät aus.
Die Klasse, die in einer Wohnung die Grundversorgung trägt, liegt bei etwa 1.000 bis 2.000 Wattstunden mit reiner Sinusspannung und LiFePO4-Zellen. Sie arbeitet ohne Abgase, ohne Kraftstoff und leise genug für Wohnräume. Welche Kapazität zu welcher Geräteliste passt, steht in der Kaufberatung zur Powerstation.
Powerstations ansehen *Wenn nur die Technik überleben soll
Nicht jeder Haushalt braucht Tagesausdauer. Wer im Homeoffice arbeitet, will vor allem, dass Router, Switch und Rechner einen kurzen Ausfall nicht mitbekommen. Dafür ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung gebaut. Sie hängt dauerhaft am Netz, lädt einen kleinen Akku und schaltet bei einem Ausfall ohne merkliche Lücke um.
Der Preis dafür ist die Kapazität. Übliche Geräte für den Hausgebrauch halten Router und Rechner je nach Last einige Minuten bis wenige Stunden am Leben, nicht Tage. Sie ersetzen deshalb keine Powerstation, sondern lösen eine andere Aufgabe: Sie überbrücken die Sekunde, in der sonst alles neu startet.
Die saubere Lösung für ein Homeoffice ist die Kombination. Die USV hängt am Router und am Rechner und fängt den Moment des Ausfalls ab. Die Powerstation steht daneben und versorgt beides weiter, sobald klar ist, dass der Ausfall länger dauert. Danach lädt ein Solarpanel die Powerstation am Fenster nach.
Checkliste für die Wohnung ohne Strom
- Powerstation, 1.000 bis 2.000 Wattstunden, reiner Sinus, LiFePO4
- Faltbares Solarpanel, 100 bis 200 Watt, für Fenster oder Balkon
- USV für Router und Rechner, wenn im Homeoffice gearbeitet wird
- Zwei Powerbanks, geladen, für Handy und Lampen
- Batteriebetriebenes Radio für die amtliche Warnung, plus Ersatzbatterien
- LED-Lampen und Stirnlampe statt Kerzen, wegen der Brandgefahr
- Kohlenmonoxid-Melder, wenn mit Gas gekocht oder geheizt wird
- Warme Kleidung und Schlafsack, falls die Heizung stillsteht
- Trinkwasser und Vorrat nach der Empfehlung des Bundesamts
Das Bundesamt rät, sich auf einen Stromausfall mit Licht, einem batteriebetriebenen Radio, Wärmemöglichkeiten sowie einem Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser vorzubereiten. Für Geräte mit Verbrennung gilt in den amtlichen Hinweisen durchgehend dasselbe: Betrieb ausschließlich im Freien, niemals in Wohnräumen, Kellern oder Garagen.
Strom ist ein Baustein, nicht der ganze Plan. Wer länger ohne Netz auskommen muss, kennt auch die nächste Notdienst-Apotheke, das nächste Krankenhaus und den nächsten Notbrunnen. Dazu gehört ein Notvorrat für mindestens zehn Tage und der Ratgeber Stromausfall: Was tun für die ersten Stunden.
Unterm Strich: Die Suche nach dem kleinen Aggregat für die Wohnung führt in die Irre, weil sie das falsche Gerät in den Mittelpunkt stellt. Die Aufgabe ist nicht, Strom zu erzeugen, sondern welchen zu haben. In einer Wohnung löst das ein Akku, kein Motor. Und weil ein solcher Akku keine Abgase macht, kein Öl braucht und nicht laut ist, ist er dort nicht der Kompromiss, sondern die bessere Technik.